Wohlfahrtsverbände: Ehrenamt verdient ein gemeinsamesstarkes Signal des Landtags

Wohlfahrtsverbände begrüßen Impulse zur Stärkung des Ehrenamts und werben für einen fraktionsübergreifenden Konsens

Kiel, 09. Oktober 2026. Die freien Wohlfahrtsverbände Schleswig-Holsteins (LAG FW) begrüßen den politischen Willen des Landtags, das freiwillige Engagement im Land zu stärken und die
Rahmenbedingungen für ehrenamtlich Engagierte zu verbessern. In ihrer Stellungnahme zu den verschiedenen Anträgen zeigen sie wichtige Ansätze für eine Weiterentwicklung der Engagementförderung auf.
„Ehrenamt ist eine tragende Säule unserer sozialen Ordnung und unseres demokratischen Gemeinwesens. Wer sich freiwillig engagiert, stärkt Gemeinschaft, Teilhabe und Zusammenhalt“,
betont Heiko Naß als Vorsitzender der LAG FW. Gerade angesichts zunehmender gesellschaftlicher Herausforderungen sei es wichtig, die Menschen, die sich vor Ort engagieren, dauerhaft zu unterstützen und ihnen gute Rahmenbedingungen zu bieten. Eine Anhebung und mögliche Dynamisierung der Ehrenamtspauschale kann dabei ein sinnvoller
Baustein sein. Sie allein reicht jedoch nicht aus. Ebenso wichtig seien die verlässliche Erstattung tatsächlich entstehender Kosten, weniger Bürokratie, niedrigschwellige Beratung, gute Förderbedingungen, zugängliche Räume sowie eine dauerhafte Unterstützung von Freiwilligenagenturen, Engagementfachstellen und lokalen Strukturen.
Viele gute Impulse – jetzt Gemeinsamkeiten nutzen
Die parlamentarische Beratung bietet aus Sicht der Wohlfahrtsverbände die aktuell politische Chance, die verschiedenen Vorschläge zusammenzuführen und daraus ein möglichst breites Signal für das Ehrenamt in Schleswig-Holstein zu entwickeln.
„Die verschiedenen Anträge zeigen: Es gibt im Landtag ein breites Interesse daran, das Ehrenamt zu stärken. Das ist eine gute Ausgangslage“, so Heiko Naß. „Jetzt wäre es ein wohltuendes Zeichen nach außen, wenn die demokratischen Fraktionen diese Gemeinsamkeiten nutzen und sich auf
einen gemeinsamen, möglichst breiten Antrag zur Stärkung des Ehrenamts verständigen könnten.“
Gerade beim Ehrenamt sollte aus Sicht der Wohlfahrtsverbände das Verbindende im Mittelpunkt stehen. Die vielen Menschen, die sich in Vereinen, Verbänden, Initiativen, Nachbarschaften und
sozialen Einrichtungen engagieren, erwarteten keine parteipolitischen Auseinandersetzungen, sondern verlässliche Unterstützung für ihre Arbeit.
„Es wäre ein starkes Signal, wenn der Landtag bei diesem Thema zeigen würde, dass gemeinsames Handeln möglich ist. Die demokratischen Fraktionen könnten damit deutlich machen: Beim
Ehrenamt geht es nicht um parteipolitische Abgrenzung oder Eitelkeiten, sondern um eine überparteiliche Verständigung zur Stärkung unserer Solidargemeinschaft.
Die Wohlfahrtsverbände werben deshalb dafür, bei der weiteren parlamentarischen Beratung nicht in erster Linie darauf zu schauen, welcher Antrag von welcher Fraktion eingebracht wurde.
Entscheidend sei vielmehr, welche Vorschläge tatsächlich geeignet sind, das Engagement der Menschen im Land zu erleichtern und die Strukturen dahinter zu stärken.
„Ein gemeinsamer Beschluss wäre ein starkes Zeichen der Anerkennung aus der politischen Mitte für die vielen Ehrenamtlichen in Schleswig-Holstein“, so Heiko Naß.
Ehrenamt braucht mehr als eine Pauschale: Die Wohlfahrtsverbände verbinden ihren Appell für einen gemeinsamen Beschluss zugleich mit konkreten Erwartungen an eine zukunftsfähige Engagementpolitik. Auch die Sicherung öffentlicher Räume, eine verlässliche und mehrjährige Förderung sowie praktische Formen der Anerkennung – etwa Vergünstigungen im öffentlichen Nahverkehr oder bei öffentlichen Einrichtungen – könnten dazu beitragen, Engagement attraktiver und zugänglicher zu machen.
Besondere Aufmerksamkeit brauche es für kleine, ehrenamtlich geführte und ressourcenarme Organisationen sowie für das Ehrenamt im ländlichen Raum.
„Eine zukunftsfähige Engagementpolitik muss dafür sorgen, dass Unterstützung tatsächlich bei den Engagierten und den Organisationen ankommt. Dafür braucht es Anerkennung, weniger
Bürokratie, verlässliche Finanzierung und gute hauptamtliche Unterstützung. Die Ehrenamtspauschale kann ein wichtiger Baustein sein – sie darf aber nicht zum Ersatz für eine insgesamt tragfähige Engagementförderung werden.“


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