Demokratie ist die Grundlage für unser Zusammenleben. Der Zusammenhalt der Gesellschaft sowie eine für jeden Menschen spürbare Daseinsvorsorge bilden die
Grundvoraussetzung dafür.
Genau diese Orte geraten jedoch zunehmend unter Druck. Fachkräftemangel, steigende soziale Belastungen und notwendige Reformen in der Pflege, der Rente und in der Gesundheitsversorgung zeigen, wie eng soziale Sicherheit und Demokratie miteinander verbunden sind. Mit den aktuellen Sparplänen der Bundesregierung sollen Leistungen gestrichen werden, auf die viele Menschen angewiesen sind. In der Kinder- und Jugendhilfe, der Eingliederungshilfe und bei psychosozialen Angeboten stehen Kürzungen im Raum. Gleichzeitig nehmen
psychische und Suchterkrankungen, Essstörungen, Einsamkeit und psychosoziale Belastungen sowohl bei jungen als auch bei älteren Menschen zu. Bei Unterhaltsvorschuss, Elterngeld und Wohngeld wird der Rotstift angesetzt. Integrationskurse und Demokratieförderung werden zurückgefahren, während Rassismus und Chancenungerechtigkeit zunehmen. Gleichzeitig wird über die Zukunft der Rente verhandelt, während für viele Menschen die Sorge vor Altersarmut längst Realität ist. Diese Sparmaßnahmen sind nicht auf langfristige Wirkung ausgelegt. Wer heute an Prävention und Teilhabe spart, bezahlt morgen mehrfach – durch psychische Erkrankungen ohne Unterstützung, zunehmende Armut ohne Perspektive und den Zerfall des Vertrauens in unsere Gesellschaft und ihre Institutionen. Die Freie Wohlfahrtspflege muss diese Folgen auffangen und sieht bereits jetzt, wie die Kürzungspläne Versorgungslücken schaffen, die für Einrichtungen und viele Bürger*innen
existenzbedrohend sind. Genau deshalb geht es um mehr als nur Reformen – es geht um die Frage, ob unsere Gesellschaft Verantwortung für ihre Mitglieder übernimmt oder den Preis ihrer Sparpolitik auf die Schwächsten abwälzt.
Demokratie braucht Menschen, die Haltung zeigen. Deshalb laden wir Vereine, Initiativen, Gewerkschaften, Sportvereine, Kulturträger, Unternehmen und alle demokratischen Kräfte
ein, gemeinsam mit uns auf die Straße zu gehen.
Am 08.10.2026 – Start 10:30 Uhr, Rathausplatz Kiel


