Heiko Naß und Anette Langer: Landesstrategie für Seniorinnenund Senioren muss kommen!

Kiel, 26.11.2025 │Am Mittwoch trafen die seniorenpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der
Landtagsfraktionen mit den Delegierten der Wohlfahrtsverbände im Altenparlament zusammen. Im
Zentrum des Austauschs stand die Frage, wie die Herausforderungen der Zukunft zu meistern
sind und was die Generation der „Baby-Boomer“ dafür tun kann. Ein Thema mit Potenzial.
Bereits im Mai 2025 hatte sich der Schleswig-Holsteinische Landtag mit einem Antrag beschäftigt,
der eine partizipative und ambitionierte Landesstrategie für Seniorinnen und Senioren einfordert.
Dieser Antrag von FDP, SPD und SSW wurde nicht einmal in den Sozialausschuss überwiesen.
Das bewerteten die Delegierten der Wohlfahrtsverbände heute als vertane Chance, denn der
wenig aussagekräftige Alternativ-Antrag der Regierungsfraktionen, der mit der entsprechenden
Mehrheit beschlossen wurde, erscheint willfährig, nicht wirklich partizipativ und vor allem ohne
echte Zielbestimmung. Die Enttäuschung bei den Delegierten war groß.
Anette Langner, die scheidende LAG-Vorsitzende, hat das Austauschformat „Nachklapp
Altenparlament“ in den letzten Jahren maßgeblich befördert und war auch diesmal dabei.
„Ich kann die Enttäuschung bei unseren Delegierten verstehen“, sagte sie zu Beginn des Treffens.
Bereits zum wiederholten Mal sei die Kernforderung aus den Wohlfahrtsverbände nicht nur im
Altenparlament beschlossen worden; in diesem Jahr stellten auch andere Verbände im
Altenparlament ähnliche, eigene Forderungen auf.
Iris Janßen
Geschäftsführerin
Landes-Arbeitsgemeinschaft
der freien Wohlfahrtsverbände
Schleswig-Holstein e.V.
Falckstraße 9 I 24103 Kiel
T: 0431- 33 60 75
Iris.janssen@lag-sh.de
Heiko Naß
Vorsitzender
PRESSEMITTEILUNG
Die Weigerung der Regierungsfraktionen, hinsichtlich einer gesellschaftlich so relevanten
Zielgruppe planvoll zu denken, sich politische Ziele zu stecken und diese gemeinsam mit den
Beteiligten regelmäßig zu überprüfen und anzupassen, stoße bei den Betroffenen auf
Unverständnis.“ Sie appellierte noch einmal an alle im Landtag vertretenen Fraktionen, dieses zu
einem gemeinsamen Thema zu machen:
Rund ein Drittel der Bevölkerung wurde in Schleswig-Holstein zwischen 1946 und 1964 geboren.
Diese Baby-Boomer sind eine große, geschulte und erfahrungsreiche Zielgruppe. Sie aktiv zu
halten, zu motivieren, zu beteiligen und ihren Fundus an Expertise und Lebenserfahrung zu
nutzen, muss das Ziel unserer Gesellschaft sein. Dafür gibt es im Land keine politische Idee,
keinen Plan, keine transparente und partizipative politische Offensive, kein Projekt „Work in
Progress“.
Heiko Naß als Vorsitzender der LAG stellte klar: “In unseren Einrichtungen, in vielen Kommunen
oder z.B. in über 300 Kirchengemeinden unterstützen viele Ehrenamtliche vor oder nach ihrem
Eintritt in den Ruhestand Angebote für alte oder älter werdende Menschen. Die
Wohlfahrtsverbände, die wegen der Bandbreite der haupt- und ehrenamtlichen Angebote, die
größte Gruppe der Delegierten im Altenparlament stellen, brauchen keine Hinweise der
Landesregierung, welche Bedarfe es für die Zielgruppe gibt und welche Herausforderungen zu
bewältigen sind. Die Aufgabe ist, den bekannten vielen Bedarfslagen gerecht zu werden und
koordiniert dafür zu sorgen, dass die aktive und leistungsbereite Generation der Best-Ager
einbezogen wird, diese Bedarfe zu erfüllen und darüber hinaus einen Beitrag zum Zusammenhalt
der Gesellschaft zu leisten.“
Nicht jeder für sich irgendwas, sondern im Angesicht knapper Ressourcen alle zusammen gezielt
und gemeinsam das Richtige zu tun – das ist der Kern der Forderung nach einer Landesstrategie.
Anette Langner: “Die Delegiertengruppe der Wohlfahrtsverbände gibt die Idee nicht auf. Andere
Verbände haben sich inhaltlich längst angeschlossen. Wenn die Ankündigung aus dem Landtag
zutrifft, dass auf die Stimme des Altenparlaments gehört wird, muss die Strategie kommen.“